Unsere Bürozeiten!

Das Büro ist immer Freitags von 18.00 - 19.00 Uhr persönlich besetzt.
Sie können uns in dieser Zeit unter 089 / 811 31 32 erreichen oder uns gerne eine Nachricht auf unserem AB hinterlassen. Wir rufen Sie gerne zurück.


Öffnungszeiten Schlosshof Blutenburg: ganzjährig von 10 bis 19 Uhr
Öffnungszeiten Schlosskapelle Blutenburg: vom 1.04. bis 30.09. jeweils von 9 bis 17 Uhr und vom 1.10. bis 31.03. jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet, zusätzlich jeden Freitag zur Hl. Messe von 18 bis 19 Uhr.


Vorankündigung:

23. Juli, 15 Uhr, Treffpunkt St. Georg:  Führung durch die alte Pfarrkirche St. Georg mit Prof. Dr. Johann Wittmann
(Anmeldung unter: info@blutenburgverein.de)

01. Juli, 12.30 Uhr, Fußgängerunterführung Verdi-/Grandlstraße: Einweihung des Kunstprojekts "unter Menzingern".
Im Zeitraum von drei Monaten ist in der Unterführung Grandl/Ecke Verdiststraße (Busstation 160,143 Wöhlerstraße) ein ca 250m² großes Wandbild mit vielen historischen, phantastischen und  persönlichen Bezügen zu Aspekten des Viertels Obermenzing entstanden. An der Umsetzung waren auch etwa 50 Schüler der Realschule an der Blutenburg und der Grandl-Grundschule direkt beteiligt.
Die Einweihung wird mit einem vielseitigen Rahmenprogramm gestaltet. So sind unter den Rednern neben dem Festredner Alt-Oberbürgermeister Christian Ude auch Romanus Scholz, Vorsitzender des Bezirksausschuss 21, Frieder Vogelsgesang von der Bürgervereinigung Obermenzing und Andreas Ellmaier von den Freunden von Schloß Blutenburg zu finden.
Es wird ein Künstlergespräch geben, bei dem Sie Fragen zum Projekt und den Motiven stellen können. Und neben Auftritten der Schüler werden u.a. die Obermüller Musikanten, Cabaret-Sängerin Elsie Marley und Liedermacher Daniel Oberneder das Fest musikalisch formen.
Das EM-Achtelfinale wird übertragen, ein Kinder und Erwachsenen Quiz zum Bild findet statt und kulinarisch werden Sie zu günstigen Preisen vom Hofbräu Obermenzing versorgt!


Inhaltsübersicht

Rückblick 2016
- Blutenburger Fischessen



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Blutenburger Fischessen am 1. Fastensonntag und Valentinstag – mit 150 Festgästen ein voller Erfolg;
Wolffsohn hält fulminanten Vortrag und Blutenburger Schlossschänke präsentiert erstklassiges Fischmenü!

 
 
 
 
 

„Was war das für eine Woche! Dieses schreckliche und furchtbare Unglück am Faschingsdienstag in aller Früh! Angesichts dieser Tragödie von Bad Aibling folgten die Parteien dem Beispiel der CSU und sagten allesamt den Politischen Aschermittwoch in Niederbayern ab. Das war gut und richtig, ja alternativlos. Denn längst markiert  nicht mehr der Faschingsdienstag das Ende der Fasnacht, sondern der von Politgaudi geprägte Aschermittwoch. Es war und ist ein Gebot der Pietät und des Respekts vor den Opfern des tragischen Zugunglücks, diesmal auf ein Spektakel zu verzichten, dessen Kern ohnehin sehr fragwürdig geworden ist und sich in Teilen erkennbar überlebt hat. Mittlerweile konterkariert der Aschermittwoch geradezu seinen ursprünglichen Sinn. Denn er markiert schließlich den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, die Kirche vermerkt ihn als strengen Abstinenztag. Deshalb laden wir im BBV ganz bewusst erst zum 1. Fastensonntag ein. Ich freue mich, dazu auch Herrn Pater Günther von der hiesigen Pfarrei Leiden Christi heute in unserer Mitte begrüßen zu können. Gleichzeitig erinnere ich an den heutigen Valentinstag und gratuliere dem Ehepaar Elisabeth und Karl Pröißl zur Diamanten Hochzeit. Damit das viele von uns auch noch feiern dürfen, empfehle ich Ihnen einen Besuch an der herrlichen Bronzebüste von Agnes Bernauer und ihrem Albrecht draußen am Blutenburger Weiher. Ein besonderer Dank gilt dazu dem Obermenzinger Stifterehepaar Ursula und Fritz Heimbüchler, die dieses Kunstwerk „Für die Liebenden“ gestiftet haben“, so der BBV-Vereinsvorsitzende Andreas Ellmaier in seiner Begrüßung
 
Jetzt aber zum diesjährigen Festredner Prof. Dr. Michael Wolffsohn.

Michael Wolffsohn
Die Rache der Geschichte: Syrien, Palästina und Nahost

Geschichte, Vergangenheit, rächt sich in der Gegenwart. Das beweist der syrische Bürgerkrieg. Er ist Vorbote großer Umgestaltungen innerhalb und außerhalb des Nahen Ostens. Längst geht es nicht mehr um „Assad, ja oder nein?“ Über kurz oder lang ist mit einer völligen Umformung der nahöstlichen und teils auch außernahöstlichen Staatenwelt zu rechnen. Auseinanderbrechen wird, was auseinanderbrechen will. Zusammenwachsen wird, was zusammen gehört und will, doch nach dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg nicht durfte. Die nachkoloniale Welt in Nahost und Afrika wird zusammenbrechen. Hier und dort bricht sie bereits jetzt auseinander.
Syrien entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Folge der Zerschlagung des geschlagenen osmanisch-türkischen Reiches, das bekanntlich ein Vielvölkerstaat war. „Selbstbestimmung der Völker“, hier der Araber, hieß die Etikette. Es war meistens ein Etikettenschwindel. In Nahost führten dabei Großbritannien und Frankreich die Regie. Ihre vorstaatlichen, später staatlichen Kunstprodukte, zunächst „Treuhandgebiete“ (Mandat) genannt, Syrien, Libanon, Mesopotamien bzw. Irak und Palästina ließen sie sich 1920 vom UNO-Vorläufer „Völkerbund“ absegnen.
In einen „Syrien“ genannten Rahmen wurde die sunnitische Mehrheit mit quasi-schiitischen Alawiten, Christen und Kurden zusammengebracht. Nur eins einte sie: Sie wollten nicht in einem staatlichen Verbund zusammenleben: So wenig wie die Christen im nun ebenfalls von Frankreich formierten und gelenkten Libanon mit Sunniten, Drusen und Schiiten.
Großbritannien presste 1920 Schiiten, Sunniten, Kurden und Christen zum Mandat, dann Kunst-Staat Irak zusammen. Die jeweiligen Bevölkerungsgruppen waren über diese fremdgesteuerte „Selbstbestimmung“ so begeistert wie ihre arabischen Brüder in Syrien, Libanon und Palästina, zu dem das heutige Israel, das Ost- und Westjordanland sowie der Gazastreifen gehörten Hier „durften“ die palästinensischen Araber mit den eingewanderten Juden bzw. Zionisten unter Londons Aufsicht konkurrieren und sich wechselseitig massakrieren. Schon 1921 raubten die Briten das Ostjordanland beiden und übergaben es der arabischen Haschemitenfamilie, die zuvor aus dem Westen der Arabischen Halbinsel von der ebenfalls arabischen Saud-Dynastie vertrieben und noch früher von den Engländern verraten worden war. Seit dieser Zeit herrscht, gestützt von der beduinischen Minderheit des Landes, die Haschemitenfamilie, heute König Abdallah II, zuvor sein Vater Hussein, über die Mehrheit der einheimischen Palästinenser. Diese stellen rund zwei Drittel der jordanischen Bevölkerung dar. 
Seit der Entstehung dieser Kunst-Staaten gärt es dort. Konflikte wurden mehrfach ausgefochten, nicht nur mit Worten, oft mit Gewalttaten. Doch nie war das Binnengefüge dieser Kunst-Staaten so zerbrechlich wie jetzt. Ihr Zusammenbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Staatenkarte des Nahen Osten wird dann ganz anders aussehen. Das ist durch Demografie, Ethnologie und Theologie der Region programmiert. Nur das Wann und wie ist offen.
So könnte die neue Nahost-Staatenwelt aussehen.
Sie wird nicht mehr zentralistisch, sondern eher föderativ, bundesstaatlich, teils auch konföderativ bzw. staatenbündisch. Die syrischen, libanesischen und irakischen Sunniten formen einen neuen Staat. Die quasi-schiitischen Alawiten Syriens bilden mit den Schiiten des Libanon eine Föderation.
Die schon heute im Irak autonomen, fast schon unabhängigen Kurden werden sich mit den syrischen und über kurz oder lang türkischen sowie iranischen zu einer Kurdischen Bundesrepublik oder Konföderation zusammenschließen.
Spätestens beim Zerfall Iraks bildet die schiitische Mehrheit des Landes eine Föderation mit dem Iran. Iran wird aber auch verlieren: Den azerisch-türkischen Nordwesten an Azerbaijan und Belutschistan im Osten an den neuen Staat „Belutschistan“, der zusätzlich sowohl Pakistan als auch Afghanistan spalten und in seine ethnisch religiösen Bestandteile auflösen wird.
Der Flüchtlingsstrom aus Syrien (bisher ca. 150.000) destabilisiert die ohnehin schon schwächelnde Minderheitsmonarchie Jordaniens. Bei dieser Flüchtlingszahl wird es nicht bleiben, denn viele der je rund 400.000 Palästinenser aus Syrien und dem Libanon werden folgen. Die Palästinensermehrheit Jordaniens wird daher weiter wachsen, demnächst die Macht ergreifen und Jordanien zu „Palästina-Jordanien“ umformen. Diesem wird sich das palästinensische Westjordanland als Bundesland anschließen. Es entsteht die „Bundesrepublik Palästina-Jordanien-Westjordanland“ (BRPJW). 
Israel wird zustimmen, und der Palästinenserstaat zahlt folgenden Preis: Die rund 500.000 jüdischen Siedler (einschließlich Ost-Jerusalem) bleiben als Staatsbürger Israels Einwohner des Westjordanlandes. Im Austausch erhalten die palästinensischen Araber Israels diese Wahlmöglichkeit. Sie können Einwohner Israels bleiben und sich, wie bisher, für die Staatsbürgerschaft Israels oder, neu, der BRPJW entscheiden. Das wiederum sichert den jüdischen Charakter des Jüdischen Staates, aber, anders als bisher, mit Zustimmung der Palästinenser.
Die Palästinenser im Gazastreifen bilden entweder ein Bundesland Gaza im Rahmen der BRPJW oder Ägyptens. Ägypten steht vor dieser Alternative: Entweder erhalten die Kopten (rund 10 Prozent der Staatsbürger) weitgehende Autonomie oder es gibt einen Bürgerkrieg zwischen der zunehmend islamischen Mehrheit und der christlichen Minderheit.
Föderale Strukturen wird auch Ägyptens Nachbar Libyen aufbauen müssen. Andernfalls zerbricht dieser Kunst-Staat – wie der Sudan bereits in Nord und Süd und Mali zerbrochen ist. Gleiches steht den meisten Kunst-Staaten Nordwestafrikas bevor.
Längst hat die Arabische Revolution auch Bahrein, den Jemen und Saudi-Arabien erfasst. Nur zur Explosion ist es noch nicht gekommen. Das ist nur eine Frage der Zeit. Zuerst dürfte Bahrein kippen. Hier wird die schiitische Mehrheit die Macht übernehmen und einen wie auch immer gearteten Verbund mit dem schiitischen Iran und bald darauf (oder zuvor?) mit den Schiiten Saudi Arabiens bilden. Diese leben im Osten des ölreichen Königreiches, wo das Schwarze Gold der Saudis liegt. Was eine schiitischer Bogen vom Iran über den heutigen Süd-Irak ins ölsprudelnde Bahrein und Ost-Saudi-Arabien für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft des Westens bedeutet, kann sich jeder leicht ausmalen. Die Zeichen an der Wand sind erkennbar. Wer schaut hin? Politiker, Publizisten und Experten blicken auf das Blatt namens Assad und den Baum Syrien. Was sehen sie vom, was empfehlen oder gar planen sie für den nahöstlichen Wald? Nichts. Das ist zu wenig. Ohne Diagnose und Prognose keine Therapie. Diese hat einen Namen: Selbstbestimmung nicht durch nationalstaatliche, sondern föderative Strukturen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel im Obermenzinger Heft 12/2015.
Der Autor ist Professor i.R. der Bundeswehruniversität München und schrieb u.a. „Wem gehört das Heilige Land?“ 13. Auflage 2016; „Zum Weltfrieden“ (2. Auflage 2015); „Zivilcourage, Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt“ (2016)